06691 9600-0 info@manz-partner.net

Informationen zum Jahreswechsel

Alle steuerliche Änderungen für das Jahr 2023.

Steuerinformationen

Kurz vor dem Jahreswechsel wurden noch etliche steuerliche Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen, deren Änderungen zum großen Teil schon mit Beginn des Jahres 2023 in Kraft treten oder sogar rückwirkend ab 2022 gelten. Umfangreiche Änderungen bringt vor allem das Jahressteuergesetz 2022 mit sich.

Zusätzlich zu den bereits vorher beschlossenen Änderungen ergibt sich so wieder eine Vielzahl neuer Vorschriften – getreu dem Motto „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Wir haben für Sie die wichtigsten steuerlichen Änderungen zum Jahreswechsel 2022/2023
zusammengefasst:

    Steuerinformationen
    • Um die Energiewende weiter voranzutreiben, verzichtet der Staat auf die Besteuerung vieler Photovoltaik-Anlagen, hierbei handelt es sich sicher um die weitreichendste Änderung. Rückwirkend ab 01.01.2022 gilt eine Ertragsteuerbefreiung für Einnahmen aus dem Betrieb von Photovoltaikanlagen – unabhängig davon, ob der Strom in das öffentliche Netz eingespeist oder selbst genutzt wird. Damit entfällt auch die Notwendigkeit einer Gewinnermittlung, was eine erhebliche Bürokratieentlastung bedeuten soll. Die Steuerfreiheit ist abhängig von der Größe der Anlage und ihrem Standort: Auf  Einfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien installierte Anlagen dürfen eine Größe von 30 kW nicht überschreiten, bei Mehrfamilienhäusern ist eine Leistung der Anlage von bis zu 15 kW je Wohneinheit zulässig.
    • Auch umsatzsteuerlich werden Photovoltaik-Anlagen zukünftig entlastet. Ab 2023 gilt für die Lieferung und Installation der Anlagen sowie von zugehörigen Stromspeichern ein Umsatzsteuersatz von 0 %. In den Anschaffungskosten ist somit keine Umsatzsteuer enthalten und ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung kann entfallen. Daraus folgt, dass auch keine regelmäßigen Umsatzsteuervoranmeldungen und -jahreserklärungen mehr zu erstellen sind. Die Anwendung des Nullsteuersatzes kann bis zu einer installierten Bruttoleistung von 30 kW erfolgen.
    • Auch für Arbeitnehmer, die von zuhause arbeiten, gibt es Verbesserungen: Wenn im Grundsatz ein häusliches Arbeitszimmer vorliegt und es den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit bildet, können die Aufwendungen hierfür in voller Höhe abgezogen werden. Dies gilt auch, wenn ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Statt einer aufwendigen Ermittlung der tatsächlichen Kosten kann ab 2023 eine Pauschale in Höhe von 1.260,00 Euro pro Jahr in Anspruch genommen werden.
    • Die Homeoffice-Pauschale, ein Kind der Gesetzgebung im Rahmen der Corona-Pandemie, wird auf 6,00 Euro pro Tag im Homeoffice angehoben. Gleichzeitig erfolgt eine Erhöhung der maximal anzusetzenden Tage von 120 auf nun 210.
    • Für die Abschreibung von nach dem 31.12.2022 neu errichteten Wohngebäuden wird der lineare Satz von 2 % auf 3 % angehoben. Entgegen der ursprünglichen Pläne kann auch zukünftig eine kürzere Nutzungsdauer und damit eine höhere Abschreibung zugrunde gelegt werden. Hierfür ist jedoch der Nachweis der geringeren Nutzungsdauer, beispielsweise durch ein Gutachten, notwendig.
    • Die Sonderabschreibung nach § 7b EStG für die Herstellung neuer Mietwohnungen ist auch zukünftig möglich. Neu ist hier, dass die Nachhaltigkeitsklasse Effizienzgebäude Stufe 40 zu erfüllen ist.
    • Der Arbeitnehmerpauschbetrag, der allen Arbeitnehmern ohne Nachweise gewährt wird, steigt auf 1.230,00 Euro.
    • Altersvorsorgeaufwendungen, zum Beispiel Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Rürup-Rente, können ab 2023 bereits zu 100 % als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Ursprünglich war dies erst für 2025 geplant.
    • Der Sparerpauschbetrag, der Kapitaleinkünfte vom Abzug der Kapitalertragsteuer befreit, wird von 801,00 Euro auf 1.000,00 Euro angehoben. Bei Zusammenveranlagung von Ehegatten gelten entsprechend die doppelten Beträge.
    • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende steigt auf 4.260,00 Euro für das erste Kind. Für jedes weitere Kind steigt der Betrag um 240,00 Euro.
    • Für volljährige Kinder, die während ihrer Berufsausbildung auswärtig untergebracht sind, kann ein Ausbildungsfreibetrag geltend gemacht werden. Dieser steigt von 924,00 Euro auf 1.200,00 Euro.

    Auch in diesem Jahr behalten wir für Sie den Überblick über die neuen Entwicklungen.
    Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Fragen haben.